Ein Schwangerschaftsbauch, den wünschen wir uns alle sehnlichst in der Kinderwunschzeit. Doch wissen wir auch warum?

Warum willst Du ein Kind?

Ich gebe zu, diese Frage ist etwas provokativ. Doch es ist sehr wichtig, sich diese Frage selbst ehrlich und genau zu beantworten. Die eigenen Gründe für den Kinderwunsch zu kennen, bedeutet sich seiner Motivation bewusst zu sein und damit auch sich selbst bewusst zu sein. Damit gelingt es, gelassener durch die Kinderwunschzeit zu kommen.

Wie Du Deinen eigenen Gründen auf die Spur kommen und dieses Wissen nutzen kannst, um auch während Deiner Kinderwunschzeit zufrieden leben zu können, erfährst Du in diesem Artikel.

Zunächst möchte ich Dir von meinen Gründen erzählen. Ist ja irgendwie nur fair, oder?

Warum wollte ich ein Kind?

Alles was wir tun, tun wir aus einem bestimmten Grund und mit einer gewissen Motivation. Für die Erfüllung meines Kinderwunsches habe ich eine ganze Menge getan und vieles davon war ziemlich belastend. Kommt Dir das bekannt vor?

Wikipedia sagt: „Die Motivation ist das, was erklärt, warum wir ein bestimmtes Verhalten zu einem gewissen Zeitpunkt einleiten, fortsetzten oder beenden.“

Wir müssen also bei den vielen anstrengenden und belastenden Dingen, die wir für unseren Kinderwunsch tun, eine ziemlich hohe Motivation haben.

Ich wollte sehr gerne einen kleinen Menschen in und durch das Leben begleiten. Meine Werte an ihn weitergeben und ganz einfach wissen, dass etwas von mir in dieser Welt bleibt. Ich wollte sooo gerne spüren, wie Leben in mir wächst und das Wunder der Geburt erleben. Und ich hatte noch weitere Motive. Ich wollte einen Menschen haben, der mich bedingungslos liebt und auf immer mit mir verbunden ist. Ich wollte jemanden in meinem Leben, der für mich da ist und im Alter für mich sorgt .

Es war unglaublich schwer, mir selbst diese Motive klarzumachen. Ganz besonders die egoistischen. Ich wäre so gerne ein guter Mensch, ganz und gar selbstlos und liebevoll. Das bin ich nicht. Ich bin ganz einfach ein Mensch mit Wünschen, Bedürfnissen und auch mit ganz egoistischen Motivationen. Das ist total in Ordnung. Wichtig ist nur, wie ich damit umgehe und was ich daraus mache. Doch dazu später mehr.

35 Jahre Kinderwunsch – am Ende blieb er unerfüllt

Mann, Haus mit Garten, 2 Kinder und Hund. Das war meine Idealvorstellung von Familie

Für mich war immer glasklar, dass so mein perfektes Leben aussieht. Das absolute Klischee und die vermeintliche Erwartung meiner Eltern und der Gesellschaft an mich. Das habe ich nie angezweifelt und ich habe auch meine eigene Motivation für meinen so riesig großen Kinderwunsch nie hinterfragt.

Bis zu dem Zeitpunkt, als mir klar wurde, dass sich mein so klarer wie selbstverständlicher Lebensentwurf nicht erfüllen wird. Und auch dann hat es noch eine ganze Weile gedauert bis ich mir wirklich die richtigen Fragen, ach was, bis ich mir überhaupt Fragen gestellt habe. Zunächst habe ich einfach nur gelitten und mich selbst sehr bedauert. Ich habe mir lange Zeit nur die eine Frage gestellt: Warum?“

Warum bekomme ich keine Kinder? Warum werden alle anderen einfach mal so schwanger, nur ich nicht? Warum ist das Leben so gemein zu mir?

Du siehst, ich habe mich ordentlich in meinem Elend gewälzt. Hat mir das geholfen? NEIN!

Erst, als ich das erkannt und die Frage „Warum?“ verbannt habe, konnte ich mein Leben wieder selbst in die Hand nehmen. Ich konnte endlich die richtigen Fragen stellen. Die Fragen, die mich vorangebracht haben. Die Frage nach meinen Motiven und Gründen für den Kinderwunsch war dabei eine der Schlüsselfragen für mich.

Warum die Klärung der eigenen Motive heilsam sein kann

Warum gerade die Frage nach der Motivation und den Gründen für den Wunsch nach einem Baby so wichtig ist? Für mich war das

Ein Schlüssel mit Herz symbolisiert einen wichtigen Schlüssel-Moment im Kinderwunsch, wenn Du Deine Motivation für Dich geklärt hast

Wenn Du Dir diese Frage wirklich ehrlich beantworten willst, dann wirst Du Dich voll und ganz mit Dir selbst beschäftigen müssen. Vielleicht wirst Du (wie ich damals auch) feststellen, dass nicht alle Deine Motive so „ehrenhaft“ sind. Das kann sich ziemlich unangenehm anfühlen. Wer mag schon seine weniger strahlende Seite anschauen. Doch es gibt keine falschen oder gar schlechten Motive. Es gibt nur Deine Motive und die sind wichtig.

Auf dem Kinderwunsch-Weg verlieren wir uns oft selbst und wenn Du Dich intensiv mit Deinen Gründen auseinandersetzt, dann kommst Du Dir selbst auch wieder ein Stück näher.

Aus den Antworten, die Du Dir selbst gegeben hast, erhältst Du Ideen für ein sinnvolles und zufriedenes Leben auch in der Kinderwunschzeit. Das gibt Dir die Möglichkeit, Deinen bisherigen Kurs zu überprüfen und vielleicht sogar zu ändern. Während Du über Deine Alternativen nachdenkst und vielleicht auch neue Pläne schmiedest, denkst Du wieder an ganz andere Sachen. Die starke Fokussierung auf den Kinderwunsch lässt nach und das bringt die so wichtige Entspannung in das Thema.

Mögliche Gründe für den Kinderwunsch

Aus welchen Gründen wollen wir denn eigentlich unbedingt schwanger werden und ein Kind in diese Welt setzen?

  • Wir wollen unsere Werte vermitteln und an die nächste Generation weiter geben
  • Wir wollen dem Idealbild entsprechen und die Erwartungen der Gesellschaft / der Eltern erfüllen
  • Es gehört zum Frau-Sein dazu
  • Wunsch nach bedingungsloser Liebe
  • Es soll etwas in dieser Welt bleiben, wenn man selbst nicht mehr da ist
  • Angst vor Einsamkeit (im Alter)
  • geliebter Partner + Ich = ein Mensch
  • Liebe geben

Ich bin mir ganz sicher, dass es noch sehr, sehr viele Gründe mehr gibt. Was sind also Deine Gründe für Deinen großen Kinderwunsch?

Wie Du Deine ganz persönlichen Gründe entdecken kannst

Vielleicht denkst Du jetzt: „Ist doch ganz klar!“, oder „Oh je, das kann ich gar nicht so genau sagen. Wie bekomme ich das bloß raus?“

Ganz egal, ob Dir Deine Gründe bewusst sind oder Du jetzt etwas ins „Schwimmen“ gerätst, in beiden Fällen solltest Du Dir etwas Zeit nehmen, Dir ein ruhiges Plätzchen suchen und einmal in Dich hinein horchen.

Wenn Dir Deine Gründe für ein Baby klar sind, dann darfst Du sie jetzt einmal notieren und auch kritisch hinterfragen. Sind das wirklich Deine Gründe? Gibt es vielleicht weitere Gründe, die Dir nicht wertvoll oder „ehrenhaft“ genug erscheinen? Dann notiere auch diese, denn alle sind wichtig und richtig.

Sollten Dir Deine Motive für ein eigenes Kind nicht so präsent sein, dann kannst Du Ihnen vielleicht mit folgenden Fragen auf die Spur kommen:

  • Nur mal angenommen, Dein Kinderwunsch erfüllt sich. Wie sieht Dein perfekter Tag mit Kind in 5 / 10 / 15 Jahren aus?
  • Wie misst Du Erfolg bei anderen Menschen? Und bei Dir selbst?
  • Wenn Du Deinem Leben eine Überschrift geben solltest, wie würde sie lauten?
  • Welches Tier fasziniert Dich am meisten? Welche Eigenschaften hat es? Was hat das mit Dir zu tun?
  • Wer würde sich außer Dir am meisten darüber freuen, wenn Du ein Kind bekommen würdest?
  • Wie sehr beeinflusst Dich diese Person? Wie wichtig ist sie für Dich?

Lasse Deine Antworten in aller Ruhe auf Dich wirken. Kannst Du Eigenschaften ableiten, die Du hast oder gerne hättest? Kannst Du Wünsche ableiten, die Du hast? Was hat das mit Deinem Kinderwunsch zu tun?

Wichtig hierbei ist nur, dass Du ehrlich mit Dir selbst bist. Es gibt kein Richtig oder Falsch und auch kein Gut oder Schlecht.

Sollte es Dir schwerfallen, Dich mit diesen Fragen zu beschäftigen, dann melde Dich gerne bei mir. Gemeinsam kommen wir Deiner wahrhaftigen Motivation auf die Spur.

Deine Schatzsuche für ein zufriedeneres Leben bereits in der Kinderwunschzeit

Du weißt nun also ganz genau, warum Du Dir so sehr ein Kind wünschst. Leider hilft Dir das allein nicht dabei, schwanger zu werden und zufriedener oder gelassener wirst Du mit dieser Erkenntnis auch nicht. Was kannst Du also tun?

Schau‘ Dir Deine Motive nochmal an und überlege Dir, wie Du sie auch auf andere Weise erfüllen kannst.

Bedeutet Frau-Sein gleich Mutter-Sein oder Mutter-Sein gleich Frau-Sein?

Für mich gehörte das Mutter-Sein viele Jahre ganz unbedingt zum Frau-Sein dazu. Solange ich keine Schwangerschaft und Geburt erlebt habe, bin ich keine „richtige“ Frau. Was für ein Quatsch! Aber so habe ich gedacht und empfunden. Diesen Glaubenssatz habe ich jahrelang mit mir herumgeschleppt.

Irgendwann habe ich ihn aber doch hinterfragt und ich habe für mich das Frau-Sein neu definiert. Das war wirklich befreiend.

Frage Dich auch, was Du bisher gerne getan hast und wovon Du schon als Kind geträumt hast. Da gab es sicher noch andere Dinge neben dem Kinderwunsch. Du kannst Dich nicht mehr erinnern? Dann probiere es doch mal mit einer kleinen inneren Reise zurück in Deine Kindheit. Zur Unterstützung habe ich eine kleine Meditation für Dich vorbereitet.

Du kannst auch einfach mal so zum Spaß eine völlig verrückte Vision von Deinem Leben in 10 Jahren entwickeln. Sei dabei ganz frei, denke groß und so verrückt wie nur möglich. Meine Vision hat den Arbeitstitel „Frühstückspension an der Nordsee“. Dabei habe ich von Gastronomie überhaupt keine Ahnung. Doch diese Vision hat mir Wege gezeigt, wie ich das, was mir wichtig ist, leben und umsetzen kann.

Begebe Dich also auf die Schatzsuche nach Deinen Motiven und Ressourcen und dann versuche sie miteinander zu verbinden. Kreiere Deinen Lebensentwurf 2.0, denn dafür ist es definitiv nicht zu früh.

Es fällt Dir schwer den Anfang zu finden? Oder Du spürst einen riesigen Widerstand in Dir oder zeigst mir gerade einfach nur einen Vogel? Dann melde Dich!