Wie eine Wanderin mal eine Pause braucht, brauchst auch Du auf dem Weg zurück zu Dir mal eine Pause. Dann kannst Du Dich neu orientieren und neue Antworten auf die Frage nach dem Sinn Deines Lebens finden.

Der Weg zurück zu Dir – So findest Du ihn

Du fühlst Dich verloren, alles ist grau und sinnlos? Niemand versteht Dich? Niemand nimmt Rücksicht auf Deine Situation? Du fühlst Dich allein und der angesammelte Ballast drückt schwer auf Deinen Schultern?

Irgendwann kommt man auf dem Kinderwunsch-Weg an einen Punkt, an dem die Welt nur noch grau zu sein scheint. An dem Du die Welt nur noch grau in grau wahr nimmst und der gesammelte Ballast Dich fast in die Knie zwingt.

  • Kennst Du dieses Gefühl?
  • Bist Du an diesem Punkt oder warst Du dort schon mal?

Ich kann mich sehr genau an diese Zeit erinnern. Das fühlte sich wirklich nicht gut an. Heute, mit dem zeitlichen Abstand betrachtet, weiß ich, dass das eine ganz gefährliche Zeit für mich war . Warum?

Weil ich mir eingebildet habe, dass mir niemand helfen kann, dass ich da allein durch muss. Das ist ganz großer Bullshit! Niemand muss diesen Weg allein gehen und sollte es auch nicht. Es funktioniert ganz einfach nicht.

Mein Weg an den Tiefpunkt

Doch von Anfang an. Wie bin ich überhaupt an diesen Punkt gekommen?

Zunächst ist da diese monatliche Achterbahnfahrt der Gefühle. Jeden Monat die Hoffnung, das Hibbeln und dann doch wieder die Enttäuschung. Irgendwann kommen die gesammelten Schwangerschaftsmeldungen aus dem Umfeld hinzu. Du siehst überall Babybäuche, Kinderwagen-schiebende, glückliche Frauen und schreiende Kinder. Das ist schwer zu ertragen, wenn Du Dir all das ebenfalls wünschst, wenn Du alles dafür tust und sich dieser Wunsch trotzdem nicht erfüllt.

Da wächst dann so langsam die Abneigung gegen diese Glückseligkeit in Dir heran. So weit, bis man fast nur noch Hass für diese glücklichen Muttis und sogar für die Kinder empfindet. Mit diesen Gedanken und Gefühlen geht es Dir dann noch schlechter. Vermutlich schämst Du Dich für diese Gefühle und doch kannst Du nichts gegen sie tun. Sie sind einfach da. Darüber sprechen kann man auch nicht. Wem soll man das erklären? Das kann niemand verstehen, der das nicht selbst erlebt hat. Selbst das engste Umfeld weiß nicht so wirklich damit umzugehen. Von denen gibt es dann gut gemeinte Ratschläge wie: „Mach Dich mal nicht verrückt, das wird schon noch. Du wirst schon sehen, wenn Du gar nicht mehr damit rechnest, dann klappt es.“

Diese Sprüche sind sicherlich gut gemeint, aber überhaupt nicht hilfreich. Ganz im Gegenteil. Sie verletzen Dich nur noch mehr.

Um all diesen Verletzungen aus dem Weg zu gehen, ziehst Du Dich immer weiter zurück in Dein Schneckenhaus. Du kümmerst Dich noch mehr darum, wie Du Deinen Wunsch doch noch erfüllt bekommst. Das war jedenfalls meine Taktik.

Auch in der Partnerschaft dreht sich alles nur noch um den Kinderwunsch. Allerdings fällt es zunehmend schwer, sich darüber auszutauschen. Du wünschst Dir vielleicht, dass Dein Mann sich mehr einbringt und sich auch mal um etwas kümmert. Ihm scheint das alles nicht so wichtig zu sein. Doch weißt Du wirklich, was Dein Partner denkt und sich wünscht? Gemeinsame Aktivitäten und echte Gespräche, losgelöst vom Kinderwunsch, finden kaum noch statt. Selbst die Zärtlichkeit und der Sex sind irgendwann nur noch Mittel zum Zweck.

Dieser Zustand hielt bei mir einige Jahre an, auch über die Zeit der Behandlung in der Kinderwunschklinik hinaus. Heute weiß ich, dass ich viel versäumt habe. Ich habe mich um so einige unbeschwerte Stunden mit meinem Mann und meinen Freunden gebracht. Ich habe beruflich ganz sicher eine entscheidende Abzweigung verpasst. Trotzdem bin ich heute dankbar für diese Zeit und die Erkenntnisse, die ich daraus gewinnen durfte.

Der Weg raus aus dem Tal

Für mich begann es sich zu drehen, als ich mir das erste Mal ganz bewusst die Frage nach dem Sinn meines Lebens gestellt habe. Das war zunächst extrem schmerzhaft, weil ich mir diese Frage überhaupt nicht beantworten konnte. Der Sinn meines Lebens bestand bis dahin aus meinem Kinderwunsch. Ich wollte unbedingt meine Werte, meine Erfahrungen und meine Liebe an ein Kind weitergeben. Das nicht zu dürfen, tat so unfassbar weh.

Ein Wegweiser mit zu vielen Pfeilen in zu viele unterschiedliche Richtungen verwirrt mehr, als er hilft. Da verlierst Du leicht den Überblick. So ist es auch auf dem Kinderwunschweg.

Doch nachdem ich mir diese Frage einmal so bewusst gestellt hatte, ließ sie mich nicht mehr los. Hinter dem Schmerz tauchte mit der Zeit immer mehr meine Neugier auf. Ich wollte wissen, was da noch sein kann. Es muss doch auch möglich sein, ohne Kind ein sinnerfülltes Leben zu führen. An diesem Punkt habe ich mich selbst wieder mehr in den Fokus genommen und der Kinderwunsch durfte ein wenig in den Hintergrund treten. Stück für Stück habe ich mich in meinem Leben wieder wohlgefühlt.

Wenn Du das auch für Dich möchtest und jetzt nicht so genau weißt wie Du das anfangen kannst, dann melde Dich einfach bei mir. Ich freue mich auf Dich.

Herzlichst,

Bianca

vom Kinderwunschpfad